3×3 Tipps für das erste Modellflugzeug

Modellflugzeug für AnfängerFerngesteuerte Modellflugzeuge sind ein wunderbares Hobby, allerdings muss das Steuern eines Flugmodells erst einmal erlernt werden. Eine der Fragen die sich jedem Anfänger stellt ist dabei, welches Modell ist das richtige für den Einstieg, und was muss man sonst noch so beachten. Achtung dieser Artikel enthält 3×3 also insgesamt neun Ratschläge. Die drei meiner Meinung nach für Anfänger am besten geeigneten Modellflugzeuge stehen im letzten Abschnitt. Die beiden Abschnitte davor sind aber nicht minder interessant.

Überarbeitete Fassung von Dezember 2015

Die meisten meiner Tipps die ich hier im Januar 2012 niedergeschrieben habe für Anfänger im Modellflug auf Dauer gültig. Zum Ende des Artikels gebe ich aber Hinweise auf einige Modelle die meiner Meinung nach für Anfänger besonders gut geeignet sind. Diese Modelle unterliegen naturgemäß einem gewissen Wandel, weshalb ich mich entschieden habe den Artikel vorsichtig zu überarbeiten und die Modellempfehlungen dem aktuellen Angebot anzupassen.

Welche Eigenschaften machen ein ideales Modellflugzeug für Anfänger aus?

1.1 Ein Modellflugzeug aus EPP oder anderem Schaum

Zur Zeit als unsere Väter und Großväter Ihre ersten Erfahrungen im Modellflug machten stellte sich die Frage kaum. Bevor man fliegen konnte musste ein Modell in mühevoller Arbeit aus Holz gebaut werden und meist war es nach dem ersten Flugversuch dann auch schon wieder kaputt und musste repariert oder ganz neu gebaut werden. Heute haben es Anfänger erheblich leichter. Geschäumte Kunststoffe wie EPP, EPO, Arcel, Elapoor oder Solidopoor sind das ideale Material für ein Anfängermodell. Die Modelle sind einerseits meist fast fertig gebaut und andererseits gegenüber einem aus Holz gebauten Modellflugzeug extrem unempfindlich gegenüber harten Landungen.

1.2 Ein Modellflugzeug mit niedriger Flächenbelastung

Aber ein Modellflugzeug das für Anfänger geeignet ist muss mehr können als nur stabil zu sein. Es soll langsam fliegen können, damit dem Anfänger genügend Zeit für seine Steuerbefehle bleibt. Am Anfang der Modellflieger-Karriere mus der zukünftige Modell-Pilot noch überlegen welcher Finger nun welchen Knüppel an der Fernseuterung bewegen muss damit das Modellflugzeug macht was es soll. Damit ein Flugzeug langsam fliegen kann muss es im Verhältnis zur Fläche seiner Tragflächen möglichst leicht sein. Das heißt jeder Quadratzentimeter Fläche muss nur wenig Gewicht tragen. Das Modell sollte also eine niedrige Flächenbelastung haben.

1.3 Einen Hochdecker oder ein spezielles Anfängermodell kaufen.

Neben ganz speziellen Anfängermodellen die etwas Ähnlichkeit mit einem Segelflugzeug mit Huckepackmotor haben eignen sich Hochdecker am besten für den Einstieg. Aber egal ob das erste Modellflugzeug eher einem Motorflieger oder einem Segelflugzeug ähnelt. Er sollte ein möglichst stabiles Flugverhalten an den Tag legen. Ideal ist, wenn das Modell nach dem Loslassen der Steuerknüppel fast von allein in den Geradeausflug übergeht. Ein solches Modell muss über eine ausgeprägte V-Form in der Tragfläche verfügen.  Solche Modelle sind dann meist sogenannte 2-Achs Modelle die nur über das Seitenruder und das Höhenruder gesteuert werden. Auf Querruder kann der Anfänger gut verzichten. Typische auch über die Querruder gesteuerte Modellflugzeuge haben oft nur wenig V-Form und sind für den Anfänger daher zu „kippelig“ und somit schwer zu beherrschen.

Ein Fahrwerk mag zwar schick aussehen, für die ersten Flüge sollte der Anfänger das Fahrwerk an seinem Modellflugzeug aber lieber entfernen. Die Warscheinlichkeit das es bei der ersten Laundung abbricht und hässliche Schäden am Modell hervorruft beträgt 100%. Anders als in der Manntragenden Fliegerei lässt sich ein Modellflugzeug sicherer auf dem Rumpf landen.

Versicherung

Der Betreiber eines Modellflugzeuges, und sei es noch so klein, muss in Deutschland über eine Halter-Haftpflichtversicherung verfügen. Diese lässt sich einfach und preiswert über den DMFV (Deutscher Modellflieger Verband) abschließen. Für die ersten 3 Monate ist eine sogenannte Einzelmitgliedschaft als Probemitgliedschaft incl. Versicherung sogar kostenlos. Obendrauf gibt’s ein informatives Verbandsmagazin mit Modellvorstellungen und Praxistipps.

Anzeige

Antrag hier: https://www.dmfv.aero/mitgliedschaft/probemitgliedschaft/

Drei Weitere Tipps für den Einstieg in das Modellflug Hobby

2.1 Die ersten Flüge mit einem Modellflugzeug am Simulator üben.

Was für angehende Piloten eines Verkehrsflugzeuges Pflicht ist, ist für den Modellflug-Anfänger ebenso gut. Das üben Am Simulator. Modellflug Simulatoren gibt es einige am Markt vom Kostenlosen Multiflight bis zum teuren Aerofly 7 RC . Etwas Geld für den Simulator locker zu machen kann sich indes lohnen. Die Grafik und die Übungsmöglichkeiten bei komerziellen Modellflug Simulatoren sind schon erheblich realistischer als bei der kostenlosen Variante. Sehr empfehlen kann ich den Phoenix Flugsimulator von Horizon der mit rund 90,- € ein sehr gutes Preis-Leistungs verhältnis hat.

2.2 Windstiller Tag

Irgendwann ist es soweit, das Modell steht bereit und jetzt muss der Erstflug sein. Jetzt? – Jetzt ist auf jeden Fall wichtig einen klaren Kopf zu behalten. Natürlich sollten Fernlenkanlage und Modellfllugzeug doppelt gecheckt aber es gibt noch ein paar andere Dinge zu beachten. Ist das für den Erstflug ausgewählte Gelände wirklich geeignet? Frei von Hindernissen und groß genug? Sind keine ungeduldigen oder oberschlauen Familienmitglieder dabei, die im falschen Moment die Konzentration stören könnten? Und zuletzt das wichtigste, ist es wirklich Windstill. – Und mit Windstill meine ich wirklich nicht eine leichte Briese ich meine Windstill. Wenn nicht, dann sollte der Erstflug an einem anderen Tag stattfinden. Denn Wind ist wirklich – WIRKLICH – nichts für den Erstflug. Später kann es manchen Modellfliegern nicht windig genug sein. Aber am Tag des ersten fluges herrscht NULL Wind – Verstanden?

2.3 Modellfliegen macht im Verein mehr Spaß

Verein, das ist ein Wort das hört sich für unter 40 Jährige ähnlich verstaubt an wie Wählscheibe oder Schreibmaschine. Dennoch spreche ich diesen Tipp aus und weiß das ihn nur wenige für attraktiv halten. Aber ein Modellflug Verein hat handfeste Vorteile.

  • Ein Verein verfügt fast immer über ein wirkich geeignetes Modellfluggelände.
  • Über den Vereinsbeitrag hat man die in Deutschland vorgeschriebene Haftpflichtversicherung für Modellflugzeuge.
  • Im Verein gibt es Leute, die einem bei Problemen mit dem Flugzeug oder der Fernsteuerung weiter helfen.
  • Im Verein gibt es meistens jemanden der einem das Fliegen beibringt, das spart Frust und Geld.
  • Und im Verein sind Leute, man ahnt es schon, die finden Modellfliegen genau so interessant. Entsprechend gut kann man sich mit denen unterhalten.

Welches Modellflugzeug soll sich der Anfänger denn nun kaufen?

3.1 Die Hobbyzone Sport Cub S

00010-Matthias Löffler-09. August 2015Das soll ein richtiges Modellflugzeug seien, werden jetzt viele sagen und einige erfahrene Modellbauer werden abwinken das dieses Modell viel zu klein und zu leicht sei. Ich hingegen bin davon überzeugt das die Hobbyzone Sport Cub S den 1. Platz in den Empfehlungen für ein Ideales Modellflugzeug für Anfänger absolut verdient hat. Die Sport Cub S ist gerade weil sie so klein und leicht ist bestens geeignet um das Steuern ohne Risiko auf einen teuren Crash zu lernen und trotz des geringen Gewichtes kommt die Champ durchaus gegen leichten Wind an. Die letzten Zweifler wird der Preis überzeugen. mit gut 100,- € ist die kleine Cub auch etwas für schmale Modellflug-Budgets.

3.2

Der Multiplex Easy Star II

 

Multiplex Easy Star II RTFDer Multiplex Easy Star ist das von erfahrenen Modellfliegern meist empfohlene Anfänger-Model. Tausende von Modellfliegern haben mit dem EasyStar ihre ersten Flüge absolviert. Der EasyStar ist robust, langsam und sehr leicht beherrschbar. Seit Dezember 2011 ist der EasyStar in der Version II auf dem Markt. Das neue Modell bietet alles was den Vorgänger so erfolgreich gemacht hat. Zusätzlich hat Multiplex dem EasyStar ein paar Features spendiert die Ihn zu einem Modell machen, mit dem auch Fortgeschrittene noch sehr viel Spaß haben.

  • Nachrüstbare Querruder machen das Modell zukunftssicher.
  • Ein Klapppropeller sorgt für hervorragende Segelleistung
  • Ein Brushless Antrieb mit einem riesigen LiPo Akku sorgt für sehr lange Flugzeiten

3.3 Die Hobbyzone Glasair Sportsman S+

bild_01Viele angehende Modellflugzeug Piloten wünschen sich einfach ein Modellflugzeug das aussieht wie eine Cessna oder Piper. Auf den 3. Platz habe ich deshalb dieses Anfängermodell gewählt, das zwar nicht wie eine Cessna aussieht aber immerhin wie eine Glasair Sportsman. Die Glasair Sportsman von Hobbyzone geht einen besonderen Weg bei den Einsteigerflugzeugen. Ihr Safe+ System kann noch mehr als die in der unter 1 empfohlene Sport Cub S. Dank GPS fliegt Das Modell nahezu Automatisch und landet sogar auf Knopfdruck dort wo es gestartet ist. Das Modell beschert so schnell ein Erfolgserlebnis, allerdings ist es für meinen Geschmack für ein Anfängermodell mit seinem 3 Bein Fahrwerk und der ungeschützten Luftschraube eigentlich zu empfindlich. Dennoch die Glasair Sportsman S+ ist sicher ein erster Schritt dazu das Erlernen der Fernsteuertechnik noch weiter zu vereinfachen oder vielleicht sogar überflüssig zu machen?

Kommentare

  1. Heinz Singer sagt:

    Als ewiger Anfänger, der alle 10 Jahre daran denkt, endlich mal fliegen zu lernen, habt Ihr mit dem Champ meine vollste Zustimmung. Ein tolles kleines Flugzeug, das ganz wunderbar fliegt. Habe die letzten 40 Jahre alles mögliche ausprobiert (Verbrenner: Taxi, Snoopy, SE 10 usw.; Elektro: Pedro, Tipsy……). Aber mit dem Champ hat es am meisten Spaß gemacht!!!!
    Gruß aus München.
    Heinz